VinFast will Tesla jagen – und macht dabei mehr Schlagzeilen als Verkaufszahlen. Die vietnamesische E-Auto-Firma setzt auf schnelle Expansion, Prestige-Deals und patriotischen Optimismus. Doch während die Story beeindruckt, bleibt eine Frage offen: Wer kauft diese Autos eigentlich?
Viel PR, wenig Proof.
VinFast ist nicht irgendein Start-up. Es ist Teil des mächtigen Vingroup-Konglomerats und bekommt volle Rückendeckung vom vietnamesischen Staat. Das Ziel: Vietnam als ernstzunehmenden Player im globalen E-Auto-Markt zu etablieren.
Und das Setup klingt erstmal stark:
- Neue Fabrik in den USA
- Börsengang via SPAC
- Medienwirksame Auslieferungen in Europa
Aber unter der Oberfläche sieht’s holprig aus:
- 2023 wurden nur rund 35.000 Fahrzeuge verkauft – die meisten davon intern
- Nutzerberichte sprechen von Qualitätsproblemen und Software-Bugs
- Die Aktie hat seit dem Hype-IPO massiv verloren
Was steckt wirklich hinter der VinFast-Story?
Ein Mix aus geopolitischer Strategie, Imageaufbau und nationalem Stolz. Doch für Investoren zählt vor allem eins: nachhaltige Nachfrage. Und die fehlt bislang.
Die Risiken:
- Hohe Cash-Burn-Rate
- Kaum Markentreue außerhalb Vietnams
- Wettbewerber wie BYD, Tesla & Hyundai weit voraus bei Technik und Marke
WSR-Fazit:
VinFast will Geschichte schreiben – aber vielleicht eher als Fallstudie statt als Erfolgsstory. Wer auf asiatische E-Mobilität setzen will, findet bei BYD, Li Auto oder sogar Hyundai stabilere Storys mit echten Skaleneffekten.
Patriotismus allein ist kein Geschäftsmodell.



